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„Zwischen Wut, Scham und Widerstandskraft – Dynamiken bei sexualisierter Gewalt“

Drei Veranstaltungen, drei Perspektiven: Im April 2019 haben wir die gesellschaftliche Dimension sexualisierter Gewalt in den Blick genommen und dazu drei Expertinnen eingeladen: Maren Kolshorn, Sonja Howard und Ursula Schele. Sie berichten von Forschungsergebnissen, persönlichen Erfahrungen und Beispielen aus der Beratungspraxis. Alle drei Vorträge gibt es hier kostenlos zum Nachhören. Die Veranstaltungsreihe wurde organisiert von Elif Kaya und Nicki Ermer im Projekt SOP (Sozialräumlich orientierte Prävention im Bezirk Wandsbek).

Den Flyer zur Veranstaltungsreihe können Sie hier herunterladen: PDF

Maren Kolshorn: Die Ursachen sexualisierter Gewalt – ein komplexes Bedingungsgefüge

Warum passiert sexualisierte Gewalt? Wer sind die Täter*innen, was treibt sie an? Im Vortrag vom 08.04.2019 stellt Maren Kolshorn, Diplom-Psychologin und Beraterin im Frauen-Notruf Göttingen, unter anderem ihre eigenen Forschungsergebnisse vor und zeigt auf, wie wir als Gesellschaft dazu beitragen, dass sexualisierte Gewalt passieren kann.


Länge: 63 Minuten, Dateigröße: 35 MB
Publikumsbeiträge bzw. -diskussionen wurden aus der Aufnahme entfernt.

Sonja Howard: Schaden statt schützen – Missbrauch im familiären Umfeld

Sonja Howard ist Mitglied im Betroffenenrat des UBSKM (Unabhängiger Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs) und setzt sich dort für die politische und gesellschaftliche Anerkennung der Erfahrungen, der Expertise und der Rechte von Betroffenen von sexualisierter Gewalt ein. In der Veranstaltung am 17.04.2019 beschreibt sie anhand eigener Erfahrungen, mit welchen Abhängigkeiten sich Betroffene sexualisierter Gewalt im familiären Umfeld konfrontiert sehen, welche Schutzmechanismen Kinder entwickeln und wie Hilfe und Unterstützung aussehen können – und wie sie gerade nicht aussehen sollten.


Länge: 42 Minuten, Dateigröße: 28 MB

Publikumsbeiträge bzw. -diskussionen wurden aus der Aufnahme entfernt.
Zum besseren Verständnis der Erzählung finden Sie die Publikumsfragen hier zum Nachlesen.

Hier klicken: Fragen aus dem Publikum
09:06 – Sind Sie im ländlichen Bereich aufgewachsen?
11:03 – Haben Sie mit Ihren Geschwistern darüber gesprochen?

11:18 – Gab es auch häusliche Gewalt gegen die Mutter?
13:02 – Was war der Auslöser, zur Polizei zu gehen?
15:12 – Ist es nicht problematisch für die juristische Verfolgung, wenn schon vor der Zeugenaussage therapeutische Behandlung stattfindet?
16:22 – Sollte man wirklich allen davon abraten, Anzeige zu erstatten? Was stattdessen tun?
17:12 – Muss man nicht eine Anzeige erstatten, wenn der Missbrauch akut ist, um ihn zu stoppen?
17:38 – Diskussion zu Vorgehensweisen bei Anzeige und Aussage
18:52 – Gab es nicht Erwachsene, die die Verletzungen bemerkt und angesprochen haben?
21:49 – Nimmt man Betroffenen nicht irgendwie etwas weg, wenn man sie vor einem Täter schützt, der aber die einzige Bezugs- oder Vertrauensperson der Betroffenen ist? Kann man das irgendwie abmildern?
23:03 – Wie haben Sie es geschafft, sich auch „ideologisch“ und in Bezug auf die religiöse Gemeinschaft zu distanzieren? Was hat Ihnen dabei geholfen?
26:18 – Aus Betroffenenperspektive: Wie kann ein späterer Umgang mit dem Täter aussehen? Haben Täter eine zweite Chance verdient?
27:48 – Wurden die Geschwister weiter misshandelt, nachdem Sie ausgezogen sind und Anzeige erstattet haben?
28:28 – Wie hat die Kommune reagiert? Ist dort bekannt, dass der Vater als Gemeindevorsteher misshandelt und missbraucht hat?
29:08 – Ausgehend von einem Fallbeispiel: Was hätten Sie sich gewünscht von Außenstehenden? Ansprechen, Hilfsangebote, …?
30:53 – Wissen Ihre Kinder über Ihre Geschichte Bescheid? Wie haben Sie das thematisiert?
32:20 – Kommt es vor, dass Ihre Kinder nach Hause kommen und von Fällen erzählen, die sie mitbekommen? Sind sie dafür sensibilisiert?
33:07 – Was sind denn Schutzmechanismen, die man einem Kind mitgeben kann, um es zu stärken?
34:06 – (Rückfrage) Das konnte der andere Seelsorger/Pastor nicht leisten?
35:06 – Kennen Sie Präventionstheaterstücke und wie bewerten Sie diese?
36:33 – Wenn Kinder sich von Schutzbotschaften nicht angesprochen fühlen, wie kann man dann an sie rankommen?
36:51 – Berichten andere Betroffene auch, dass diese Botschaften nicht an sie rankamen, oder gibt es auch welche, die sich davon angesprochen gefühlt haben?
37:24 – Verhindert das Wahren von (äußerer) Stabilität, Ruhe und Gefasstheit gegenüber sich anvertrauenden Betroffenen nicht vielleicht auch, dass das Kind/die Betroffenen sich verstanden fühlen?
38:04 – Was ist für Erwachsene hilfreich, die sich jemandem anvertrauen möchten?
39:31 – Anmerkung: Professionelle Distanz als Schutzfaktor für Fachkräfte
39:55 – Woher kommt Ihre Kraft, so offen und selbstbewusst über die eigene Geschichte zu sprechen und so fest im Leben zu stehen?

Ursula Schele: Zwischen Fachlichkeit und Co-Betroffenheit – Dynamiken bei Bekanntwerden sexualisierter Gewalt

„Es ist etwas Gutes passiert“, wenn sich eine betroffene Person jemandem anvertraut und Hilfe holt. Von sexualisierter Gewalt zu erfahren, löst bei Helfenden aber zunächst oft Überforderung, Irritation oder Erschöpfung aus. Was können Helfende tun, um aus dieser Handlungsunfähigkeit heraus zu kommen, und was ist wirklich hilfreich für die Betroffenen? Darüber spricht Ursula Schele vom Institut für Gewaltprävention Petze aus Kiel am 25.04.2019.


Länge: 59 Minuten, Dateigröße: 40 MB
Publikumsbeiträge bzw. -diskussionen wurden aus der Aufnahme entfernt.